Überblick

imainformation.medien.agrar (i.m.a.) ist ein gemeinnütziger Verein, der vor allem Materialien speziell für Kinder und Jugendliche herstellt. Seiner Selbstdarstellung zufolge liefert er sachliche und objektive Informationen. Tatsächlich wird die gegenwärtige Tierhaltung in den Materialien stark beschönigt.

Leitung

Der Verein wird vom Bauernverband getragen. Der Vorsitzende ist der Präsident des Bauernverbandes, Joachim Rukwied.

Selbstdarstellung

Der Verein behauptet von sich selbst, objektive und ideologiefreie Informationen bereitzustellen

Die deutschen Bauern haben mit dem i.m.a e.V. eine Institution an ihrer Seite, die sachlich und wertfrei über die Arbeit der Landwirte informiert. Der gemeinnützige Verein engagiert sich seit Jahren vorbildlich in der kommunikativen Vernetzung zwischen dem Berufsstand und den Zielgruppen in unserer Gesellschaft, allen voran den Lehrern und Schülern. (Joachim Rukwied, Vorsitzender des i.m.a., Pressemitteilung 23.11.2015)

Der Mangel an authentischer Information über die Arbeit der Landwirte verlangt nach einer Institution, die diese Lücke füllt. Als neutrale Plattform steht der i.m.a e.V. schon heute für den über Netzwerke hinausreichenden, unabhängigen Dialog bereit. Damit wird der Verein auch künftig zur Steigerung von Akzeptanz und Wertschätzung der modernen Landwirtschaft in unserer Gesellschaft beitragen. (Pressemitteilung 23.11.2015)

Haltung zur Kritik an der Landwirtschaft

In den Augen des Vorsitzendes des Vereins i.m.a, Joachim Rukwied, ist alle Kritik – sei es an den Tierhaltungsbedingungen, Zucht, Transport, Schlachtung oder auch an Chemie auf dem Acker oder Ressourcenverbrauch – durchweg unangebracht.

Für die deutschen Bauernfamilien sind die Dinge klar: sie arbeiten sorgfältig und verantwortungsbewusst. Sie nutzen die modernen wissenschaftlichen Erkenntnisse, um ihre Böden schonend zu bewirtschaften und ihre Tiere artgerecht zu halten. Sie denken generationenübergreifend, stehen für „Nachhaltigkeit“ wie niemand sonst und erzeugen Lebensmittel von hervorragender Qualität.
Es wäre also alles gut, wenn wir nicht wüssten, dass es eine große, kontinuierlich wachsende Gruppe an Verbrauchern gibt, die der Landwirtschaft skeptisch gegenüber stehen. So vielfältig die Gründe dafür im Einzelnen auch sein mögen, sie lassen sich alle auf einen Punkt zurückführen: Unwissenheit beziehungsweise Halbwissen. (Joachim Rukwied, Vorsitzender i.m.a., Jahresbericht der i.m.a. 2012/13)

Beschönigung

Die Einstellung, dass in der Landwirtschaft eigentlich alles in bester Ordnung sei, findet sich dann auch in den Materialien wieder: Die Publikationen des i.m.a. zur Tierhaltung beschönigen diese bis hin zur klaren Falschdarstellung. Es werden selektiv positive Aspekte ausgewählt und unbequeme Tatsachen unterschlagen; es wird vage formuliert und es wird mit Mythen gearbeitet, die unbegründet sind und Ausdruck sehr problematischer Vorstellungen von Tieren sind. Hier sind einige Beispiele:

Flyer von i.m.a

Weglassen von Tatsachen: In dem Faltblatt wird in den zwölf Absätzen Text nicht erwähnt, dass Legehennen routinemäßig die Schnäbel gekürzt werden. Auch nicht, dass die männlichen Küken in der Eierindustrie getötet werden.
Flyer von i.m.a

Weglassen oder Falschaussage? Zu Beginn der Mastperiode ist die Einstreu locker und trocken. Sie wird aber während der mehrere Wochen dauernden Mast nicht ausgetauscht, so dass sie durch die Exkremente der Hühner verkotet und feucht wird. Die Hühner bekommen davon z.B. Fußballenentzündungen. Staubbaden ist nicht mehr möglich.
„Lernzirkel zum Thema Schwein für die 5./6. Klasse“ von i.m.a

Weglassen von Tatsachen: In dem Heft inklusive der zwölf Arbeitsblätter wird nicht erwähnt, dass den Mastschweinen die Schwänze gekürzt, männliche Ferkel betäubungslos kastriert und Zuchtsauen üblicherweise bis zu vier Wochen im Kastenstand gehalten werden.
Aus einem Arbeitsblatt im i.m.a.-Lernzirkel Schwein für 5./6. Klasse

Eine glatte Falschaussage. Wahr ist, dass die Sauen bis zu vier Wochen nach der Besamung im Kastenstand gehalten werden. Das ist ein etwa körpergroßer Käfig, in dem sich die Tiere nicht einmal umdrehen können.
Poster von i.m.a

Tatsachen weglassen: In dem Poster „Die Kuh“ von i.m.a wird die Trennung von Kuh und Kalb nicht erwähnt. Auch nicht gesagt wird, dass oder wie die Milchkühe nach wenigen Jahren „Nutzungsdauer“ getötet werden. Stattdessen werden z.B. die Verdauung von Rindern und die Butterherstellung erläutert.

Poster von i.m.a und dem Zentralverband der deutschen Geflügelwirtschaft
Unklar: Was genau heißt es, dass die Ställe auf das Tierwohl ausgerichtet sind? Richtig, nichts. Wenn sie auf etwas ausgerichtet sind, dann darauf, 20.000 oder 40.000 Hühner in wenigen Wochen auf ihr Schlachtgewicht zu bringen und dabei die Verlustrate gering zu halten – 3-5 % Verluste sind einkalkuliert, das sind 600-2000 Individuen pro Stall und Mastdurchgang, die im Stall verenden.

Poster von i.m.a. und ISN.

Unklar bis falsch. Was heißt „große Bucht“? Was heißt „genügend Platz“? Klar ist, dass die Schweine bei dem konventionellen Platzangebot zahlreiche natürliche Verhaltensweise nicht oder nur sehr eingeschränkt ausführen können. (Das stellt auch der von Tierwissenschaftlern erstellte „Nationale Bewertungsrahmen Tierhaltung“ eindeutig fest.) Dazu gehören Sozialverhalten, Fortbewegung, Nahrungsaufnahmeverhalten, Komfortverhalten und Erkundungsverhalten.

Auf allen i.m.a-Flyern zu „EinSichten in die Tierhaltung“

Ein typischer Mythos zur Beschönigung der Tierhaltung. Tatsächlich kann man auch mit kranken und leidenden Tieren und mit Tieren, die viele ihre Grundbedürfnisse nicht befriedigen können, Geld verdienen. Mehr dazu unter Tierwohl und Leistung.

Reichweite

Der Verein erreicht nach eigenen Angaben über drei Millionen Menschen pro Jahr mit den gedruckten und online zur Verfügung stehenden Materialien.