Aktuelle Studien belegen fatalen Zusammenhang zwischen Tierhaltung und Klimawandel – Bauernverband behauptet das Gegenteil!

Eine Studie aus Oxford und eine aus Österreich zeigen wiederum, dass die globale Tierproduktion den Klimawandel befördert und es im Sinne von Umwelt, Wald- und Klimaschutz dringend angeraten ist, dass sich die Ernährung der Weltbevölkerung in Richtung einer stärker vegetarischen und veganen Kost verändert.

In einer Pressemitteilung anlässlich der Unterzeichnung des Pariser Klimaabkommens veröffentlichte der Bauernverband nun eine Pressemitteilung, in der er von der Bundesregierung ein Bekenntnis zur Tierhaltung in Deutschland fordert – im Sinne des Klimaschutzes.

Hier einige Zitate:

Alle Staaten haben in der Pariser Klimavereinbarung zum Ausdruck gebracht, dass die Anstrengungen zur Anpassung an den Klimawandel und zum Klimaschutz die Nahrungsmittelproduktion nicht beeinträchtigen dürfen, betonte der DBV. Die Bundesregierung ist nun gefordert, diese Sonderrolle auch im Klimaschutzplan 2050 als Voraussetzung weiterer Aktivitäten festzuschreiben.

Heißt übersetzt: Die Landwirtschaft darf nicht im Sinne des Klimaschutzes verändert werden, also z.B. die Tierproduktion nicht gesenkt werden. Wir wollen weiter noch mehr Tiere mästen und verkaufen! Ganz klar wird das im nächsten Abschnitt:

In Anbetracht der weltweiten komplexen Herausforderungen des Klimaschutzes, der knapper werdenden Anbauflächen und der Nahrungsmittelversorgung sollte der Öffentlichkeit nicht suggeriert werden, die Antworten lägen in der Reduzierung der Tierbestände und der Bevormundung der Verbraucher. So erwartet der DBV im Sinne des Grünland- und Klimaschutzes ein Bekenntnis der Politik zur Tierhaltung in Deutschland. Ohne die Haltung von Wiederkäuern wie Rindern, Schafen und Ziegen sei der Erhalt und die Nutzung von rund 5 Millionen Hektar Grünland in Deutschland nicht möglich.

Hier ist nicht nur interessant, dass der Bauernverband die klare Studienlage zum Zusammenhang von Tierhaltung und Klimawandel ignoriert bzw. letztlich fordert, der Bevölkerung sollten belegte Zahlen vorenthalten werden. Er spricht sich zudem für die Tierhaltung generell aus, erwähnt dann aber nur Rinder, Schafe und Ziegen – für das exportorientierte Wachstum ist aber auch die industrielle Schweine- und Hühnerhaltung zentral, die natürlich mitnichten auf Grünland stattfindet. Die Wiederkäuer wiederum sind durch ihr Verdauungssystem besonders klimaschädlich. Erhalt und Nutzung von Grünland ist zudem kein Zweck an sich, sondern muss mit anderen Faktoren abgewogen werden. Wenn nicht so viel Ackerland zur Produktion von Tierfutter dienen würde, stünden mehr Flächen für die menschliche Ernährung zur Verfügung.
Eine Bevormundung der Verbraucher findet im Moment übrigens massiv statt, da die Verbraucher über die Realität in Mastanlagen getäuscht werden.

Forderungen einzelner Umweltverbände, die Produktion von Lebensmitteln in Deutschland auf die Selbstversorgung zu beschränken, bezeichnete der DBV als weltfremd. Diese Forderungen ignorierten die unterschiedlichen Klima- und Anbaubedingungen auf der Welt und die Tatsache, dass die Produktion von Lebensmitteln in Deutschland im weltweiten Vergleich häufig mit geringeren Emissionen von Treibhausgasen verbunden sei.

Das heißt übersetzt: Wir wollen mehr Tiere halten und mehr Fleisch, Milch und Eier in die ganze Welt exportieren – für den Klimaschutz, weil unsere Mastanlagen so effizient sind. Finde den Fehler …

Viele Agrarwissenschaftler sind sich unterdessen einig, dass eine ernsthaft nachhaltige Landwirtschaft gerade nicht mit Großkonzernen und globalisierten Stoffströme möglich sein wird, sondern auf regionale Kreisläufe und Kleinbäuer*innen setzen sollte. Mehr dazu im Weltagrarbericht.